CE-electro 3/ 2019

Herzlichst, Ihr Lutz Rossmeisl Herausgeber CE-Markt electro Lutz Rossmeisl Der stationäre Fachhandel als »Müllhalde des Onlinehandels«? D er Ärger im Handel über das Schrottgesetz wächst, weil stationäre Händler theo- retisch auch Altgeräte an- nehmen müssen, die je- mand über das Internet gekauft hat und weil zum Elektroschrott inzwischen auch blinkende Kinderschu- he und beleuchtete Badezim- merschränke zählen. Mancher Händler kann ein Lied davon singen, welcher Aufwand entsteht, wenn man zu solch weitreichenden Rücknah- meverpflichtungen gezwungen wird. Kleinbetriebe könnten zukünftig zur »Müllhalde des Online-Handels« werden, warnt der ZVEH. »Online bestellt, kaputt gegangen und dann einfach beim Händ- ler um die Ecke abgegeben« – so sieht der Weg eines Elektrogeräts vom Kauf bis zur Entsorgung aus, den das Elektrohand- werk fürchtet. Die letzten Änderungen des Elektroge- setzes (ElektroG2) traten Mitte August vergangenen Jahres in Kraft und seit De- zember ist auch die Neuregelung der Sammelgruppen für Elektroschrott gültig. Das Elektrogesetz ist die deutsche Umset- zung der WEEE-Richtlinie der EU (WEEE = Waste of Electrical and Electronic Equip- ment) und regelt die Rücknahme und Entsorgung von Elektro- und Elektronik- geräten. Die EU-Richtlinie stand von Anfang in der Kritik. So hielt der Handelsverband Deutschland die Rücknahmepflicht für Elektrogeräte für unnötig, weil die frei- willige Rücknahme von Elektrogeräten im Einzelhandel hervorragend funktionie- re. Inzwischen gilt das Schrottgesetz nicht mehr nur für Toaster, Fernseher oder Ra- sierer, sondern auch für Produkte, die nur teilweise elektronisch sind. Das bedeutet: Was bisher im Müll, in der Altkleidersammlung oder auf dem Sperr- müll landete, ist jetzt Elektroschrott und fällt damit ebenfalls unter die Rücknah- meverpflichtung der Händler. So gelten die Entsorgungsregeln jetzt auch für Mö- bel mit elektrischen Bauteilen oder Ja- cken und Schuhe, in die kleine LED-Lam- pen eingenäht sind. Ausnahmeregelungen für Kleinbetriebe gibt es zwar in Bezug auf die Lagerfläche – bei unter 400 Quadratmetern müssen keine Altgeräte zur Entsorgung ange- nommen werden – doch von der Büro- kratie, die die Entsorgung mit sich bringt, können sich Betriebe auch dann nicht be- freien lassen, wenn sie die Ge- räte als Kundenservice frei- willig zurücknehmen. Mit der WEEE-Richtlinie hat sich die Brüsseler Behörde im deutschen Elektrohaus- geräte-Handel jedenfalls kei- ne Freunde gemacht. Es liegt nun an der Bundesrepublik, wie sie als EU-Mitgliedstaat die WEEE-Richtlinie handhabt und ob sie dem ElektroG2 ein kulanteres Elek- troG3 folgen lässt. Meiner Meinung sollte dies bald geschehen, damit unsere Fach- handelsbetriebe nicht zum Schrottplatz der Nation werden. Natürlich könnte man die ganze Sache auch positiv betrachten und in der Rück- nahme von Elektrogeräten ein Potenzial zur Steigerung der Kundenfrequenz se- hen. Wenn der Schrott-Abgeber zum Bei- spiel freundlich und zuvorkommend in einem Ladengeschäft behandelt wird, in dem er vielleicht noch nie eingekauft hat, könnte er auf den Gedanken kom- men: »Mensch, die sind ja OK und kom- petent, da könnte ich ja mal kaufen«. Ob diese vage Aussicht auf Neukunden den Elektroschrott-Ärger allerdings völlig ver- schmerzen lässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Geschäfte und weiterhin viel Erfolg im noch jungen Jahr 2019! »Grillen bringt Umsatz« Ganz gleich ob Elektro, Gas oder Koh- le: Deutschland grillt. In diesem Sommer kommt kaum einer an diesem angesagten Thema vorbei. Zu Vertriebschancen und -möglichkeiten rund um das BBQ-Ge- schäft im Elektrofachhandel äußert sich Peter Zyprian , Gesamtvertriebsleiter der Expert SE: electro: Herr Zyprian, bald startet wie- der die jährliche Outdoor-Saison und das Thema Barbecue wird im Handel zum Fre- quenzbringer. Wie sollen sich Ihres Erach- tens die Elektrohändler für ein erfolg- reiches Geschäft aufstellen und welche Unterstützung bietet Expert seinen Han- delspartnern? Peter Zyprian: Gril- len bringt Umsatz. Die Warengruppe Grill und Grill-Zubehör ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und die Kurve zeigt wei- ter deutlich nach oben. Dieses Potenzial gilt es auszuschöpfen. Des- halb haben wir spe- zielle Kernsortimentsempfehlungen ent- wickelt, die unsere Fachhändler dabei unterstützen, das Thema Barbecue am Point of Sale bestmöglich umzusetzen. Dafür bieten wir saisonale Angebote – von der Auswahl der Waren bis hin zu ihrer Präsentation auf der Fläche. Hierzu gehören neben einem großen Angebot an Elektrogrills beispielsweise auch ent- sprechende Empfehlungen zu Gas- und Kohlegrills sowie passendes Zubehör – ebenso wie günstige Frühbezugsangebo- te, damit die entsprechenden Waren auch rechtzeitig zu Saisonbeginn im Fachmarkt vorhanden sind. Zusätzlich empfehlen wir unseren Fach- händlern, ihr Grill-Sortiment mit Saison- flächen und Kundenevents aufmerksam- keitsstark in Szene zu setzen. Dazu bieten wir ihnen ebenfalls angepasste Konzep- te zur Warenpräsentation, mit denen sie ihre Produkte prominent auf der Verkaufs- fläche platzieren können. Bild:SvenjaSpitzer Peter Zyprian Fotografieren Sie am Point of Sale Ihre beste SEVERIN Grill-Präsentation und gewinnen Sie eine Grillparty imWert von maximal 2.500 Euro. electro 3 | 2019 3 Alle Informationen zur SEVERIN POS-Challenge finden Sie online unter Lesen Sie mehr auf der Seite 14+15

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