CE-Markt electro 8/2019

10 CE-Markt 8 | 2019 GfK Marktanalyse In der Werbung für Heißluftfritteusen setzt der Fachhandel auf sinkende Preise (kn) Gesundheit und Fitness gehören aktuell zu den wichtigsten Trendthemen. Vor allem Heißluft- fritteusen profitieren davon. Diese Fritteusen, die gesunden Genuss dank weniger Fett und Öl ver- sprechen, erzielten laut GfK in den vergangenen Jahren ein globales Umsatzwachstum von bis zu 20 Prozent und stehen mit dieser Steigerungsrate direkt hinter den Luftreinigungsgeräten D as starke Wachstum im Segment Heißluftfritteusen spiegelt sich auch im sprunghaften Anstieg des Umsatzes im Gesamtbereich der Fritteusen wider, der laut Statista in Deutschland innerhalb von nur wenigen Jahren von 34 Millionen Euro auf 43 Millionen Euro angestiegen ist. Mit anderen Worten: Der Umsatz mit Fritteusen durch Verkäufe an den Endver- braucher in Deutschland steigerte sich von Jahr zu Jahr um jeweils vier Millionen Euro – ein Wachstum, das für den Fach- handel aktueller Ansporn sein sollte, sich engagierter und intensiver für die Wer- bung und den Verkauf von Heißluftfritteu- sen einzusetzen, auch was die Preise der beworbenen Geräte betrifft. So kommt eine Studie von Thomas Rose , Consultant Sales Effectiveness GfK, zum Thema »Handelswerbung für fett- arme/fettfreie Fritteusen« unter anderem Zu den Vorteilen der Heißluftfritteusen gehört, dass bei diesen Geräten fast voll- ständig auf Öl beziehungsweise Fett ver- zichtet wird. Statt dessen wird das Frittier- gut durch einen heißen, ständig schnell rotierenden Luftstrom erhitzt. Die Tem- peratur dieses Luftstroms kann bei vielen Geräten von Hand eingestellt werden. Des weiteren erfordert die Reinigung einer Heißluftfritteuse erheb- lich weniger Aufwand als bei einer herkömmlichen Fritteu- se. Ein ganz wesentlicher Vor- teil ist auch die höhere Sicher- heit der Geräte: selbst wenn so eine Fritteuse mal vom Tisch herunterfällt, ist das noch lan- ge nicht so schlimm wie wenn sich kochend heißes Öl über den Küchenboden ergießt. Für den Handel besonders interessant: Durch den erfolg- reichen Verkauf von Heißluft- fritteusen hat er die Chance, ein besonders attraktives Zu- behörgeschäft zu generieren. Denn neben den genannten Vorteilen bieten diese Frit- teusen auch viel mehr optio- nales Zubehör, zum Beispiel Dampfgareinsatz, Steak-Käfig, 3D-Grillkäfig, Grillspieß oder Snackaufsatz. Fachleute be- stätigen, dass dieses Zubehör deshalb gut verwendet werden kann, weil die Heiß- luftfritteusen einen viel größeren Einsatz- bereich haben als die klassischen, mit viel Öl und Fett arbeitenden Fritteusen. Ob es sich um Schnitzel oder Chicken Wings handelt: die Heißluftfritteuse kann dies genauso gut wie Pommes Frites zu einer angenehm schmeckenden Speise ver- arbeiten. Die GfK-Daten für die Jahre 2017 bis 2019 zeigen, dass auch die »gesünderen Frit- teusen« je nach Saison unterschiedlich stark beworben werden. Dazu Thomas Rose: »Klar erkennbar ist hier ein Fokus auf das vierte Quartal – Black Friday und Weihnachten. Zu Beginn des Erhebungs- zeitraums, insbesondere im November 2017, war der Fachhandel die Schiene mit der meisten Werbung. Allerdings hat die Großfläche hier zum Jahresende 2018 hin die Aktivitäten stark erhöht und damit dem Fachhandel, der im zweiten Quartal 2019 für diese Geräte beinahe untätig war, erst einmal den Rang abgelaufen.« Auch die Entwicklung der beworbenen Durchschnittspreise wurde in der Studie analysiert. Zwar habe der Fachhandel ab November 2017 bis zum Herbst 2018 bei- nahe ausschließlich und vergleichsweise massiv das Premiumsegment beworben und damit den Markt dominiert. In der Großfläche sei währenddessen tenden- ziell die mittlere Preisschiene im Vorder- grund gestanden. »Zum anderen wird jedoch auch klar, dass die Großfläche zunehmend in diese Premium-Domäne vorstößt, der Fachhan- del sich hingegen zunehmend aus diesem Bereich zurückzieht«, so Thomas Rose als Betreuer der GfK-Datenerhebung. In die- sem Zusammenhang wird in der Studie die provozierende Frage gestellt: »Über- nimmt die Großfläche das Kommando?« Rose vermutet: »Neben der wachsenden Konkurrenz durch die Großfläche könnte auch der Preisverfall ein Grund sein.« Fazit : Während der Elektrofachhan- del im Herbst 2017 offensichtlich noch hauptsächlich das Premiumsegment be- dient hat, werden zum Ende des von GfK untersuchten Zeitraums vom Fachhandel preislich immer günstigere Produkte be- worben. So fiel der durchschnittlich be- worbene Preis von über 250 Euro im De- zember 2017 auf nur noch knapp über 130 Euro im Juni 2019, was praktisch einer Hal- bierung entspricht. Im Vergleich dazu ha- ben sich die durchschnittlich beworbenen Preise der Großfläche relativ stabil gehal- ten. Thomas Rose abschließend: »Vor die- sem Hintergrund bleibt der nächste Black Friday für diese Produktkategorie span- nend: Wird der Fachhandel wieder aktiver und können die Preise gehalten werden?« Thomas Rose Consultant Sales Effectiveness GfK Bild:GfK In der Handelswerbung für Heißluftfritteusen zeigt ein Vergleich zwischen Großfläche (rote Linie) und Fachhandel (blaue Linie) den deutlichen Verfall der beworbenen Durch- schnittspreise im Fachhandel um fast die Hälfte. Der generelle Trend der zweijährigen Preisentwicklung wird für Großfläche und Fachhandel jeweils durch eine punktierte Linie angezeigt zu dem Ergebnis: »Die beworbenen Preise fallen im Fachhandel stärker.« Dabei wären stabile Preise in jedem Fall sinnvoller und lohnenswerter als ein fortgesetzter Preisverfall, denn egal ob mit oder ohne Fett: Fritteusen zählen zu den meistgenutzten Küchengeräten und solange Beliebtheit und Nachfrage der Geräte anhalten, gibt es keinen Grund, die Preise zu senken.

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