CE-Markt electro 9/2019

10 CE-Markt 9 | 2019 GfK Marktanalyse Smarte Haushaltsgeräte sind im Aufwind und bieten dem Handel jetzt neue Chancen (kn) Smarte Haushaltsgeräte zeigen in Deutschland weiteres Wachstum. Dies ist das Ergebnis einer GfK Marktanalyse, in der auch das Kaufverhalten und die Motivation der Konsumenten unter die Lupe genommen wurden. Der Studie zufolge sind Klein- und Großgeräte immer noch an der Spitze, aber auch bei Einbaugeräten wird das Thema »Connected Kitchen« immer relevanter C onnected Home Appliances sind in al- ler Munde – doch verändert sich auch das Kaufverhalten bei Haushaltsgeräten? So lautete zu Beginn der Marktanalyse die Frage, die Antje Hartel , Consultant Mar- ket Insights, GfK, als Autorin der Studie wie folgt beantwortet: »Aktuell noch stark herstellergetrieben, zeigt sich eine klare Absatzsteigerung sowohl von smarten Haushaltsgroßgeräten als auch von Haus- haltskleingeräten am deutschen Markt.« Auch in Westeuropa nimmt der Anteil smarter Haushaltsgroßgeräte laut Studie deutlich zu. Zwar sank nach jahrelangem Wachstum das weltweite Absatzvolumen smarter Haushaltsgroßgeräte von 2018 auf 2019 (jeweils Januar bis Juni) um knapp drei Prozent auf unter 13 Millionen Geräte. Davon entfiel im aufgelaufenen Jahr der Großteil auf Asien (61 Prozent), insbeson- dere China (45 Prozent). Insgesamt sind in China 14,8 Prozent der Haushaltsgroß- geräte smart, während in Westeuropa der Anteil auf 7,9 Prozent gestiegen ist. »Obwohl das weltweite Wachs- tum an smarten Geräten stagniert, zeigen sich positive Entwicklungen im deutschen Markt«, erklärt Antje Har- tel. »In Deutschland lag der Absatzanteil smarter Haushalts- großgeräte in 2019 bei 6,4 Prozent (Vor- jahreszeitraum: 5,7 Prozent), was einer Absatzmenge von 475.000 Geräten und einem Umsatz von 376 Millionen Euro entspricht.« Gleichzeitig hat sich laut GfK-Analyse der Durchschnittspreis für smarte Haushaltsgroßgeräte auf 919 Euro erhöht. Auch im Bereich der Elektrokleingeräte ist ein zunehmender Trend zu vernetzen Produkten ersichtlich. So stieg der Absatz der Smart Connect-fähigen Elektroklein- geräte um 2,5 Prozent (Umsatzplus von zehn Prozent) auf 23,2 Millionen im ersten Halbjahr 2019 an. Im Durchschnitt zahlt der Konsument für Modelle dieser Pro- duktkategorie 261 Euro. Wie es in der Marktanalyse heißt, schwankt innerhalb der Elektrokleingerä- te der Anteil von Smart Connect allerdings erheblich: »Das wertmäßige Wachstum liegt bei allen Segmenten deutlich über dem Mengenwachstum, was die Wertig- keit dieses Segments verdeutlicht. Zu den Segmenten, in denen smarte Model- le schon eine bedeutsame Rolle spielen, zählen vor allem Staubsaugerroboter, bei denen der smarte Anteil bereits mehr als 53 Prozent erreicht, gefolgt von Personen- waagen und Air Treatment Produkten.« Haushaltsgeräte rücken das Thema Connected Kitchen weiter in den Fokus Die meisten smarten Haushaltsgroßgerä- te, die in Deutschland verkauft werden, sind Waschmaschinen. Waren es bisher noch die Waschmaschinen und freiste- henden Kühlschränke, die stetig an Be- deutung bei den smarten Geräten hinzu- gewonnen haben, sind es nun vor allem Trockner sowie die Einbauwarengruppen Geschirrspüler und Einbauherde. Auch Dunstabzugshauben entwickeln sich mit geringem Anteil positiv. Ebenso wie die Elektrokleingeräte Multi Cooker und Espresso Vollautomaten, bei denen ein mehr als hundertprozentiges Wachs- tum festzustellen ist: 8,6 bzw. 7,2 Prozent aller Geräte sind bereits smart. »Damit rücken Haushaltsgeräte das Thema Connected Kitchen weiter in den Fokus«, betont Hartel. »Absatzbasiert sind im Einbaubereich nun 2,7 Prozent (2018: 2,2 Prozent) vernetzt. Beim Wert liegt der Anteil smarter Einbaugeräte bedingt durch die hohe Preisgestaltung sogar schon bei 8,1 Prozent.« Der Preis spielt laut GfK-Marktanaly- se generell eine wichtige Rolle. Während smarte Waschmaschinen und Trockner preislich nur leicht über den nicht-smar- ten Geräten liegen, weisen alle anderen Warengruppen – insbesondere im Bereich Einbau – Preisaufschläge von bis zu 450 Prozent auf. Dazu Antje Hartel: »Aber es sind nicht nur die smarten Funktionen, die solche Produkte teurer machen, sondern die Modelle an sich, die bereits viele hoch- wertige Funktionen besitzen: So verfügen 20 Prozent der smarten Waschmaschinen über automatische Waschmitteldosierung und 24 Prozent bieten große Beladungs- kapazitäten sowie ausschließlich die Energieeffizienzklasse A+++ an.« Ähnlich verhält es sich mit freistehenden Kühl-Ge- frier-Kombinationen. Bereits 84 Prozent der smarten Geräte sind mit Abtauauto- matik ausgestattet, 86 Prozent mit Ener- gieeffizienzklasse A+++. Fazit: Smarte Haushaltsgeräte zeigen in Deutschland weiteres Wachstum. Elek- trokleingeräte und freistehende Großge- räte sind immer noch an der Spitze der smarten Geräte, aber auch bei Einbau- geräten wird das Thema »Connected Kit- chen« immer relevanter. Smart ist noch kein explizites Kaufkriterium bei Groß- geräten und stellt nach wie vor einen herstellergetriebenen Trend dar, bei dem sich in der Zukunft abzeichnen wird, ob der Nutzen »connected« sich tatsächlich als Kaufargument konstituieren kann. Bei den Elektrokleingeräten ist das Thema Smart stark von der Produktgruppe ab- hängig. Obwohl es bei vielen Konsumen- ten noch eine geringe Rolle spielt, hat sich der Trend insbesondere bei den Staubsau- gerrobotern bereits fest etabliert und ist auch bei Küchengeräten weiter auf dem Vormarsch. Bild:GfK Antje Hartel Absatz in Deutschland Parallel zum wachsenden Anteil vernetzter Produkte steigt auch das wertmäßige Wachstum smarter Elektro- Haushaltsgeräte. Für den Fachhandel ergeben sich aus dieser Entwicklung positive Perspektiven.

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